Aufgrund des steigenden Interesses an Rauchwarnmeldern werden immer mehr Konzepte angeboten, in denen behauptet wird, eine Fernwartung könne mit einer Sichtprüfung gleichgesetzt werden. Aber entspricht das überhaupt der Norm? Und wie sieht es mit dem Haftungsrisiko aus? Hekatron und MP-Kamin klären auf!

Fernwartung ist schnell und einfach, aber leider nicht besser

 

Vorweg sollte schon mal geklärt werden: Fernwartung ist ein irreführender Begriff! Es handelt sich nämlich nicht dem Namen nach um eine Wartung, sondern nur um eine Überprüfung. Bis heute ist eine Ferninspektion – wie man es eigentlich nennen sollte – kein Bestandteil der DIN 14676 und entspricht daher auch nicht der Norm.

Welches Problem ergibt sich daraus? Wer nicht nach der Norm handelt, hat ein erhebliches Haftungsrisiko, denn die allgemein anerkannten Regeln der Technik werden bei der Ferninspektion nicht beachtet. Zwar ist eine Überprüfung des Rauchwarnmelderstatus aus der Ferne möglich, aber sie ersetzt keine Prüfung vor Ort. Im schlimmsten Fall, wenn Personen und Sachwerte zu Schaden kommen, muss nachgewiesen werden, dass die Konstruktion, Installation und Wartung ordnungsgemäß erfolgten. Wenn die Norm aber nicht eingehalten wurde, muss der Nachweis individuell erfolgen. Das ist nicht nur sehr aufwendig, sondern auch kostenintensiv. Außerdem ist die Anerkennung dieses Nachweises vor Gericht zudem noch ungewiss.

 

Was muss alles geprüft werden?

 

Die drei Pfeiler einer Prüfung heißen: Montageort, Funktionsbereitschaft und Mindestschutz. Was man bei einer sogenannten Fernwartung definitiv nicht sehen kann ist, ob denn der Melder überhaupt noch bzw. in allen notwendigen Zimmern und Fluchtwegen vorhanden ist. Zudem ist auch der vorgeschriebene Abstand zu den Einrichtungsgegenständen wichtig. Darunter fallen zum Beispiel Deckenventilatoren, Klimaanlagen, Vorhänge und allerlei Möbel.

Außerdem ist auch die Nutzung des Raumes von Bedeutung. Wenn man beispielsweise ein Wohnzimmer zum Schlafzimmer umfunktioniert, muss dieses nach der Landesbauordnung zwingend mit einem Rauchmelder ausgestattet sein.

Zum Thema Funktionsbereitschaft gehören gleich mehrere Punkte. Entspricht die Funktion und die Lautstärke den Vorgaben? Sind die Raucheindringungsöffnungen frei? Oder ist der Melder gar beschädigt? Das meiste davon lässt sich nur dann zweifelsfrei feststellen, wenn die Wartung auch wirklich vor Ort durchgeführt wird.

Nun kann man sich natürlich die Frage stellen, ob nicht eine technische Prüfung immer besser sei als eine Sichtprüfung? Nein, ist die klare Antwort darauf. Bei den neuen Technologien, die zur Fernwartung angeboten werden, mangelt es nicht nur an der Norm, sondern auch an der Erfahrung. Ein geschultes Auge kann jede Situation individuell richtig bewerten. Gerade wenn es ein wenig komplexer wird, weiß der Experte genau worauf er achten muss und kann das Gesamtbild vor Ort erkennen. Eine automatisierte Technik kann jedoch nicht mit Abweichungen umgehen, geschweige denn sie wieder richten.

 

Wer ist eigentlich für die Wartung zuständig?

 

Die Anschaffung der Rauchwarnmelder liegt in Bayern in der Pflicht des Eigentümers. Er ist es auch, der für Schäden im Brandfall haften muss, wenn er den Anforderungen der Gesetzgebung nicht nachkommt. Dafür sieht es bei der Wartung allerdings anders aus. Hier liegt die Verantwortung beim Mieter, falls der Eigentümer die Wartungspflicht nicht übernommen hat. Aber auch bei der Übertragung dieser Pflicht ist der Eigentümer noch nicht ganz aus dem Schneider. Ihn trifft im Schadensfall immer noch eine Teilschuld. Die Wartung der Rauchmelder muss laut Gesetz und Herstellerangaben mindestens alle 12 Monate (+/- höchstens 3 Monate) vor Ort vorgenommen werden!

 

So gehen Sie auf Nummer Sicher

 

Alle wünschen sich kostengünstige Lösungen für jedes Problem. Das schließt auch die Wohnungswirtschaft nicht aus. Es wäre zwar schön, wenn sich die Wartung aus der Ferne machen ließe, aber wer solchen Angeboten vertraut, begibt sich auf rechtlich unsicheres Terrain und trägt damit auch das Risiko. Damit bleibt die Sichtprüfung also unverzichtbar, wenn Sie auf der sicheren Seite stehen wollen.

Außerdem sind auch die datenschutzrechtlichen Belange noch nicht geklärt. Durch den Fernzugriff auf ein Gerät kann nicht ausgeschlossen werden, dass Profile über die Wohnungsnutzer erstellt werden können.

Verlassen Sie sich daher lieber, wie von der DIN 14676 vorgesehen, auf einen Experten, der Fachkraft für Rauchwarnmelder. Dieser verfügt über einen Kompetenznachweis – ist also zertifiziert – und kann individuell für jede Wohnsituation fach- und sachgerecht den Einbau und die Instandhaltung der Melder vornehmen und überprüfen. Das mindert nicht nur das Haftungsrisiko, sondern bewahrt Sie auch vor Fehlfunktionen der Technik.
Denn Ihre Sicherheit ist das was wirklich zählt!