Heizungswasser hat erheblichen Einfluss auf die gesamte Anlage

 

 

(c) bosy-online.de Schäden durch Heizungswasser: Korrosion an verschiedenen Metallen nach zwei Jahren in ungeeignetem Wasser (links) und geeignetem Wasser (rechts)

 

Keine Heizungsanlage läuft ohne Heizwasser, dessen ist sich jedermann bewusst. Doch was nur Wenige wissen: Die Eignung des Wassers ist entscheidend für die Wärme und Energiekosten. Außerdem kann falsches Heizungswasser zu Schäden an der Anlage führen. Dabei sind die Ursachen und Auswirkungen ganz unterschiedlich. Ist zum Beispiel die Wasserhärte zu hoch, bilden sich Steine und Kalkablagerungen im Heizkessel wie auch den -Körpern. Das führt zu einer schlechteren Wärmeübertragung, einem höhen Widerstand in den Leitungen und einem erhöhten Verschleiß. Auch auf den pH-Wert des Wassers muss geachtet werden. Stimmt dieser nicht kommt es schnell zu diversen Materialschäden und damit wieder zu einem viel höheren Verschleiß. Ein bekannter Übeltäter im Wasser ist unter anderem auch der oft zu hohe Salzgehalt, sowie gelöste oder freie Gase. Sie führen zu Korrosion, die Verstopfungen, Funktionsstörungen (Schlammbildung) oder gar den Ausfall ganzer Systemkomponenten zur Folge haben.

Grundsätzlich ist der Betreiber der Heizungsanlage, also meist der Eigentümer des Hauses, mit dem Befüllen des geeigneten Heizungswassers verantwortlich. Treten durch ungeeignetes Wasser die oben genannten Schäden auf, erlischt die Gewährleistung der Hersteller und auch der Versicherungsschutz (z.B. Hausratversicherung) greift möglicherweise nicht mehr. Gerade deshalb sollten Eigentümer sehr gut darauf achten und die Verantwortung auf Fachhandwerker möglichst übertragen.

 

Qualität des Heizwassers

 

Egal ob man die Heizanlage erstmalig oder wieder auffüllt, sollte man wissen, welche Eigenschaften das Wasser haben sollte und wie es entsprechend konditioniert wird. Der Fachhandwerker sollte dies auch dokumentieren. Entscheidend ist vor allen Dingen der pH-Wert und die Wasserhärte. Das Leitungswasser unterscheidet sich regional zum Teil sehr stark. Richtlinien schreiben vor, dass der pH-Wert zwischen 8,2 und 10 sein sollte und der Härtegrad nach der Größe der Heizanlage berechnet werden muss.

 

 

Im Allgemeinen zeigt sich, dass alte Heizungsanlagen weniger Probleme mit unbehandeltem Wasser haben. Moderne Anlagen hingegen bestehen allerdings aus einem Mix verschiedener Materialien, die unterschiedliche Anforderungen an das Heizwasser stellen. Dabei weichen auch die Herstellervorgaben oftmals von den gesetzlichen Vorgaben ab.

 


Besonders teuer kann der Schaden an den Pumpen der Heizungsanlage werden. Gerade die neuen Energiesparpumpen sind bei unbehandeltem Wasser anfälliger, da sie mit Permanentmagnetmotor laufen. Denn ihre Magneten nehmen die Mineralien des Heizwassers auf. Die Laufzeit der Bauteile ist in so einem Fall erheblich verkürzt. Da jeder Heizkreis in einem Einfamilienhaus über drei Pumpen verfügt (Umwälzpumpe, Zirkulationspumpe und Boilerladepumpe), deren Einbau jeweils zwischen 380 € und 500 € kostet, kann das somit schnell ins Geld gehen.


 

Grundsätzlich sind die geforderten Werte des Heizungswassers der Montageanleitung des Wärmeerzeugers zu entnehmen, bei älteren Anlagen in deren Dokumentation. Bei Unklarheiten sollte zwingend ein Fachbetrieb oder der Hersteller kontaktiert werden. Denn auch wenn das örtliche Leitungswasser im Grunde genommen geeignet sein sollte, so behalten sich die Hersteller vor, die Gewährleistung entfallen zu lassen, wenn sich nicht an ihre eigenen Vorgaben gehalten wird.
Es gibt diverse Möglichkeiten das Heizungswasser so aufzubereiten, dass es auf die Anlage passt. Dafür gibt es zum Beispiel verschiedene Enthärtungsanlagen, die man zwischen Wasserzulauf und Heizungsanlage montiert. Auch mobile Versionen, die man sozusagen nur ambulant einsetzt, gibt es davon. Eine Entsalzung kann vor Korrosionen schützen, dabei sollte aber dringend beachtet werden, dass nach diesem Vorgang kein unaufbereitetes Wasser mehr nachgefüllt wird.Eine Härtestabilisierung mit gewissen Zusatzstoffen sorgt dafür, dass die Steinbildenden Substanzen im Wasser zurückbleiben, sich aber kein Kalk mehr ablagern kann. Bei einer Härtefällung binden gewisse Stoffe gelöste Calcium- und Magnesium-Ionen. Die anfallenden Schlämme werden dann durch Schlammabschneider entfernt. Der pH-Wert des Heizungswassers kann durch die Zugabe alkalischer Lösungen beeinflusst werden.

 

Nachfüllen des Heizungswassers

 

Auch hierbei muss einiges beachtet werden, und das nicht nur vom Hauseigentümer, sondern auch vom Mieter. Denn ohne Einweisung eines Fachbetriebes sollte unter keinen Umständen selbst das Wasser nachgefüllt werden, denn bei auftretenden Schäden verfällt damit sofort wieder die Gewährleistung des Herstellers. Ebenso verhält es sich auch beim Versicherungsschutz. Sämtliche Instandhaltungsmaßnahmen wie auch das Nachfüllen müssen genau dokumentiert werden. Die Verantwortung geht jedoch sofort auf den Fachbetrieb über, wenn dieser die Befüllung übernimmt.

 

Auch wichtig: Entgasung der Heizung

 

Wasser enthält Gase. Je nach Druck und Wassertemperatur können dazu führen, dass diese sich lösen oder als kleine Bläschen in der Leitung verbleiben. Ist die Heizungsanlage für eine längere Zeit ausgeschalten, können mehr dieser Luftblasen entstehen. Auch beim Austausch einzelner Teile oder durch defekte Dichtungen kann Restluft eingeschlossen werden. Bei älteren Heizungen kann dies auch am Ausdehnungsgefäß liegen. Zu alldem kommen dann noch Fäulnisprozesse und Bakterien hinzu, die mit Korrosion zusätzlich Wasserstoff produzieren.

Sie sehen also: Gas in der Heizung ist unvermeidbar.

 

 

Warum aber sollte eine Heizung entgast werden? Durch die Luft im Heizungswasser werden die Heizkörper oftmals nicht mehr richtig warm. Zudem erreicht die Anlage oft nicht mehr den optimalen Druck, der für die Heizung notwendig ist. Das verursacht erhöhte Kosten. Die Effizienz eines Heizsystems kann also erheblich gesteigert werden, wenn es regelmäßig entgast wird. Außerdem vermeiden Sie nicht nur hohe Kosten, sondern auch Schäden an der Anlage. Denn die Gase fördern weiter Korrosion und führen damit zu einem höheren Verschleiß an Pumpen und Ventilen.

 

Das Entgasen kann ganz einfach auch manuell vorgenommen werden. Achten Sie dabei nur bitte darauf, dass das Heizwasser sehr heiß sein könnte und Sie es mit einer kleinen Schüssel auffangen können.

 

  1. Drehen Sie zum Entgasen das Thermostatventil voll auf.
  2. Öffnen Sie daraufhin das Lüftungsventil vorsichtig
  3. Wenn das Gas entweicht, werden Sie dann ein zischendes Geräusch hören.
  4. Sobald Wasser nachkommt, schließen Sie das Lüftungsventil sofort wieder.

 

Nachdem Sie dies bei allen Heizkörpern durchgeführt haben, kontrollieren Sie den Wasserdurck der Heizungsanlage. Es kann nämlich sein, dass Sie nach dem Entlüften Heizungswasser nachfüllen müssen, damit der Druck wieder optimal ist.

Auch wenn Sie diesen Vorgang regelmäßig durchführen, heißt das nicht, dass Ihr Wasser immer gasfrei ist. Eine Dezentrale Entgasung – am besten automatisch – ist daher empfehlenswert, wenn auch sehr aufwendig. Dafür kann man selbsttätige Entlüftungsventile einbauen (wirkt wie eine manuelle Entgasung) oder man nimmt eine Vakuum-Entgasung oder -Sprührohrentgasung durch entsprechende Geräte vor. Sprechen Sie den Heizungsexperten Ihres Vertrauens einfach darauf an.

 

Förderungen

 

Wer nur sein Heizungswasser optimiert, bekommt leider keine Förderung. Bezuschusst werden aber alle weiteren Maßnahmen zur Heizungsoptimierung. Dies beinhaltet den hydraulischen Abgleich, der sich in den meisten Fällen nach wenigen Jahren schon mehr als bezahlt gemacht haben wird. Für diese Art der Optimierung, wie auch für Anlagen die mit Sprührohrentgasung arbeiten, erhalten Sie vom Staat einen Zuschuss in Höhe von 30%. Mehr über diese Förderungen und was Sie dafür tun müssen, erfahren Sie auf unserer Seite Energietechnik.